Was wurde eigentlich aus Michel Riesen?

In letzter Zeit war es hier leider etwas still, was ich aber nun wieder zu ändern versuche. Sorry dafür!

In den Schlagzeilen dieser Woche überwog vor allem der Trade von Devan Dubnyk von den Oilers zu Nashville (bzw. daraus folgend dann auch die Akquisition von Ben Scrivens). Dubnyk war ursprünglich ein Oilers 1st Round Pick. Da die Oilers ja nun seit geraumer Zeit am Ende der Tabelle rumdümpeln, brachte mich dies zum nachdenken und ich fragte mich, wie eigentlich das Asset-Management der Oilers aussieht. Also was haben sie aus ihren eigenen Picks und Trades in der Vergangenheit rausgeholt. Ganz konkret war für mich von Interesse: Was wurde eigentlich aus Edmontons 14th Overall von 1997 bzw. den später erhaltenen Assets in den Trades? Michel Riesen war die damalige Selektion und ging als erster Schweizer 1st Round Pick in die Geschichte ein. Bei den Oilers konnte er sich nie einen Platz erkämpfen und wurde am 30.06.2001 Trade nach St. Louis getauscht, wofür die Oilers Marty Reasoner, Jochen Hecht und Jan Horacek erhielt.
Was ist von diesem Trade nun heute noch übrig?

Jan Horacek

Horacek spielte 2001-02 44 Spiele im Farm Team der Oilers und kehrte dann nach Europa zurück (einzig 2003-04 absolvierte er nochmals 11 Spiele im Farm Team).

Marty Reasoner

Reasoner lief für Edmonton dreieinhalb Jahre auf und trug 197 mal das Trikot der Ölmänner (76 Punkte).
Zur Trade-Deadline 2006 wurde Reasoner dann zusammen mit Yan Stastny und einem 2nd Round Pick 2006 (50th Overall Pick) nach Boston geschickt. Die Oilers erhielt dafür Sergei Samsonov. 19 Spiele, 16 Punkte und einen Cup-Run später unterschrieb Samsonov dann als Free Agent bei den Canadiens.
Der 50th Overall Pick? Ach, das war nur Milan Lucic.

Jochen Hecht

Hecht wurde zum Zeitpunkt des Trades gerade 24 Jahre alt und galt wie Reasoner als hoffnungsvolles Talent. Buchte er doch in der Saison 2000-01 44 Punkte in 72 Spielen für ein starkes Blues-Team. Seine Zeit bei den Oilers sollte aber nicht lange dauern. Nach 80 Spielen und 40 Punkten war bereits Schluss und er wurde nach Buffalo getradet. Zurück gab es zwei 2nd Round Picks für 2002 (31st und 36th Overall). Edmonton nutzte die Rechte, um Jeff Deslauriers und Jarret Stoll zu draften.
Goalie Deslauriers spielte nie wirklich eine Rolle und absolvierte 58 Spiele für Edmonton, bevor er 2011 als Free Agent bei Anaheim unterschrieb. Stoll half den Oilers 2006 ins Stanley Cup Final und erzielte in 286 Spielen 165 Punkte, bevor er dann 2008 zusammen mit Matt Greene im Tausch für Lubomir Visnovsky nach Los Angeles geschickt wurde. Das pikante: Einen Tag später hätte Visnovsky bei den Kings eine No-Trade-Clause gehabt. Dementsprechend wurde er bei den Oilers auch nie glücklich und zwei Jahre später (107 Spiele, 63 Punkte) nach Anaheim getradet. Im Gegenzug nach Edmonton? Ryan Whitney und ein 6th Round Pick 2010. Whitney war in seiner Zeit in Edmonton vor allem verletzt und spielte gerade mal 139 (71 Punkte) von 231 Spielen und wurde defensiv nie den Erwartungen eines Top-4-Defenders gerecht. Im Sommer 2013 wechselte er als Free Agent zu Florida.
Offen bleibt damit noch der 6th Round Pick 2010. Als 162. Wahl des Drafts wählten die Oilers Verteidiger Brandon Davidson.

 

Unter dem Strich gaben die  Oilers also folgende Spieler ab:

  • Doug Weight
  • Michel Riesen
  • Yan Sastny
  • 50th Overall Pick (Milan Lucic)
  • Matt Greene

Im Tausch dafür haben sie erhalten:

  • Brandon Davidson

Dazwischen liegen fast 13 Jahre, vier weitere Trades, 11 Spieler, 886 Spiele und 431 Punkte. In seiner letzten Saison in Edmonton buchte Doug Weight noch 90 Punkte in 82 Spielen. Man kann also festhalten, dass die Oilers den für die Franchise so enorn wichtigen Weight-Trade total verbockt haben und für Weight + Riesen am Ende nur gerade Brandon Davidson raus geschaut hat. Nicht erwähnt ist dabei, dass Matt Greene noch in LA ist und Milan Lucic in Boston auf dem Flügel die Banden poliert.
Kein Wunder, schaffen es die Oilers nicht aus dem Keller raus.

Ach ja: Weight gewann 2006 den Stanley Cup mit Carolina in den Finals gegen…..die Edmonton Oilers.