Warum Brunner zu Zug keinen Sinn macht

Die Schweizer Hockey Presse hatte heute im grossen Sommerloch und kurz vor dem Start der NLA endlich ein Thema gefunden, um mal wieder was zu schreiben. Im Blick wars, auf Hockeyfans.ch und in der Neuen Luzerner Zeitung: Der noch immer vertragslose Damien Brunner soll für den EVZ auflaufen. Dieses Gerücht macht allerdings nur bedingt Sinn bzw. kaum Sinn, wenn Brunner ernsthaft seine NHL-Karriere fortsetzen will.Aus der NLZ:

Es kann nun durchaus sein, dass er abermals im EVZ-Dress aufläuft. Der Zuger Sportchef Jakub Horak (39) sagt: «Wir planen nicht mit Brunner. Aber wir würden ihn natürlich mit Handkuss nehmen.» Denkbar wäre eine Vereinbarung von Spiel zu Spiel, aus welcher Brunner jederzeit aussteigen kann. Doch was, wenn Bern, Lugano oder Fribourg dem Torphänomen ebenfalls ein Angebot machen? Zu womöglich gar besseren Konditionen? Beim EVZ geht man davon aus, dass man gegen solche Eventualitäten vertraglich abgesichert ist.

Auf den ersten Blick logisch und einleuchtend, dass die NLA-Teams versuchen würden, Brunner zu locken. Die Schweizer Presse scheint die Rechnung aber ohne den NHL-CBA zu machen. Dieser besagt nämlich, dass ein Spieler, welcher ohne gültigen SPC (Standard-Player-Contract) nach dem NHL-Saisonstart ausserhalb der NHL zum Einsatz kommt und im Verlauf der Saison doch noch einen NHL-Vertrag unterzeichnet, sofort waiver-pflichtig wird.

Die NHL-Saison startet am 1. Oktober. Spielt Brunner also ab nächster Woche in Zug und unterschreibt nach dem 01.10.2013 bei Team XY in der NHL einen Vertrag, hat während 48h jedes Team in der NHL das Recht, Brunner und seinen Vertrag zu verpflichten. Brunner hat dabei kein Veto-Recht. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Waiver-Route für aus Europa kommende Spieler meist nicht beim gedachten Team geendet hat. Daher werden sich die Teams hüten, Brunner einen Vertrag anzubieten, wenn er nach dem 1. Oktober in der Schweiz noch ein Spiel absolviert hat.

Es ist zu hoffen, dass Brunner von seinem Agenten gut beraten wird und sie einen möglichen Einsatz beim EVZ nur bis 30.09. ins Auge fassen…quasi als Trainingslager. Dann muss sich Brunner entscheiden, ob er vorerst abwarten möchte und nicht spielt, weiter spielt und auch bereit wäre über den Waiver zu gehen oder die Saison sowieso gleich bei Zug zu beenden und womöglich seinen NHL-Traum ganz zu beenden.

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  1. Ich hoffe er kann sich noch kurzfristig mit einem NHL-Team einigen. Für einen aussenstehenden wie mich ist seine Situatiuon nicht ganz nachvollziehbar: 5 Mio für 2 Jahre bei einem Topteam in der NHL abgelehnt und nun scheint er offenbar mit Zug über eine Differenz von 20’000 Franken zu streiten und droht mit dem Wechsel nach Kloten.

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