Das Ende der Coyotes-Odyssee – oder doch nicht?

Am 3. Juli 2013 verhalf der Gemeinderat der Stadt Glendale, Arizona der NHL mit einer knappen 4-3 Abstimmung die Franchise der Phoenix Coyotes endlich zu verkaufen. Die Stadt ist Eigentümerin der Jobing.com Arena und dem Glendale Sports and Entertainment District in dem sich das Stadion befindet und gleichzeitig die Heimat der Coyotes ist. 

Mit der Abstimmung entschied der Rat die Mietbedingungen zu Gunsten der neuen Besitzer-Gruppe um Anthony LeBlanc zu ändern und diese somit zum Kauf der durch die NHL geführten Phoenix Coyotes zu bringen. 

Der neue Mietvertrag hat eine Dauer von 15 Jahren und einen Wert von 225 Mio US-Dollar und müsste grundsätzlich die Fans der Phoenix Coyotes und die Einwohner der Stadt Glendale jubeln lassen Denn endlich kehrt wieder Ruhe ein und die Coyotes können sich endlich wieder 100% auf das Eishockey konzentrieren. Gäbe es da nicht ein paar Klauseln im neuen Mietabkommen, welche einen faden Nachgeschmack hinterlassen und in spätestens 5 Jahren die gesamte Geschichte wieder aufleben lassen könnten….Die NHL führte die Franchise der Phoenix Coyotes seit der Konkurs-Anmeldung des einstigen Besitzers Jerry Moyes im Jahr 2009. Dieser wollte mit diesem Schritt aus dem damaligen Mietvertrag mit der Stadt Glendale entkommen und die Coyotes somit „umzugsbereit“ zu machen und damit attraktiver für einen neuen Käufer. Die NHL ging gegen Jerry Moyes gerichtlich vor um zu verhindern, dass eine solche Aktion, welche eigentlich in der heutigen Wirtschaftswelt schon fast gang und gäbe ist, nicht plötzlich zum Trend werden würde um Teams auf diesem Weg von ihren bisherigen Standorten frei zu lösen. Die Gerichtsverhandlungen wurden mit grossem Interesse von den anderen US Major-Sports Ligen wie der NBA, MLB oder der NFL verfolgt. Alle betreiben dasselbe Franchising-System und ein gerichtlicher Entscheid zu Gunsten von Moyes hätte wohl die gesamte US-Sportwelt verändert…

Der Mietvertrag für die Jobing.com Arena war jeweils auch der Grund, weshalb bisherige Kaufversuche scheiterten. Im November 2012 hat die Stadt Glendale bereits einmal über ein neues Mietabkommen für eine potentielle Besitzer-Gruppe abgestimmt. Dieser Vertrag hätte 20 Jahre gedauert und einen Wert von 320 Mio US-Dollar gehabt. Die Besitzer-Gruppe, angeführt vom einstigen San Jose Sharks Besitzer Greg Jamison sowie dem jetzigen Mitkäufer Anthony LeBlanc, sah den Mietvertrag allerdings als Betonklotz am Bein und brachte den Betrag um die Coyotes zu übernehmen nicht auf. Womit die Einigung zwischen der Stadt Glendale und der Besitzer-Gruppe hinfällig wurde. 

Die Stadt hat nun, in der Angst, dass ihre im Jahr 2003 eröffnete Arena plötzlich leer stehen könnte, ihre Forderungen gesenkt. Aus 20 Jahren wurden 15 und trotz, dass sie lediglich 6 Mio US-Dollar budgetiert hat um die Arena zu führen, zahlt sie nun der neuen Besitzer-Gruppe 15 Mio, damit diese das Ganze übernehmen. Zudem hatten bisher beide Parteien, also die Stadt und die jeweiligen neuen Besitzer nach 5 Jahren die Chance aus dem Mietvertrag auszusteigen und ihn neu zu verhandeln. Die Stadt hat mit dem neuen Abkommen ihre Klausel fallen gelassen, womit sie nun 15 Jahre an diesen krassen Budget-Fehler, welchen die Steuerzahler von Glendale berappen müssen, gebunden sind. Dies dürfte viele Einwohner massiv verärgern, denn Steuererhöhungen bzw. Einsparungen in anderen Bereichen des öffentlichen Sektors sind somit vorprogrammiert. Die neue Besitzer-Gruppe ihrerseits hat ihre Ausstiegsklausel nach 5 Jahren halten können, jedoch mit Bedingungen. Einerseits müssen die Besitzer in den 5 Jahren 50 Mio US-Dollar oder mehr Verlust einfahren und sie müssen der Stadt die jährlichen 15 Mio US-Dollar wieder zurückzahlen. Übersetzt heisst das, dass sich die Coyotes für total 125 Mio freikaufen könnten. Dies ist natürlich für viele Coyotes-Fans und auch Spieler nach der Euphorie ein massiver Dämpfer… Mitbesitzer George Gosbee, ein Geschäftsmann aus Calgary, meldete sich, nachdem der Verkauf endgültig vollzogen wurde gleich in den Medien:

„It’s frustrating for me because for this exit clause to kick in, we have to lose $50 million and that’s not something I want to do. We came into this to build a successful organization in Phoenix and that’s our plan. We have no plans of relocating anywhere else and we have no plans to lose $50 million, I can tell you that.“

Trotz dieser Aussage werden die Gerüchte in ein paar Jahren natürlich aus dem Boden schiessen und wieder eine gewisse Unstabilität um die Franchise hervorrufen. Es wird auch einen Einfluss auf Vertragsverlängerungen oder auch Neuverpflichtungen von Spielern geben. Zur Zeit sind lediglich Mike Smith und Oliver Ekman-Larsson über die Saison 2017-2018 unter Vertrag und es würde sehr verwundern, wenn weitere folgen würden, nun da diese Details der Ausstiegsklausel an die Öffentlichkeit gelangt sind. 

Ein Spieler meldete sich bei der Presse und gab seinen Unmut über das leidige Thema preis:

 „Whatever happens, I hope things get settled and we don’t have to talk about this story ever again.“

Nun, für den Moment dürfte alles vorbei sein, aber die Vergangenheit wird die Coyotes in Zukunft wieder einholen….